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Was ist eigentlich "Eigenblutbehandlung"?

Die Eigenblutbehandlung ist wie die Eigenurinbehandlung ein recht altes Verfahren. Allerdings entwickelte sie sich erst vor etwa 100 Jahren unter dem brandenburgischen Chirurgen August Bier zur Blüte. Heute wird sie als "Blutdoping" eingesetzt, um die Leistungsfähigkeit bei Sportwettkämpfen zu steigern.

Die Eigenblutbehandlung zählt zu den unspezifischen Reiztherapien. Es werden zunächst kleinere, dann steigende Blutmengen aus einer Vene entnommen. Durch das Wiedereinbringen z.B. in einen Muskel, die Haut oder Fettgewebe wird die Selbstregulation gefördert. Die Eigenbluttherapie dient der Steigerung der körperlichen Abwehrkräfte und der Umstimmung des gesamten Organismus. Die Injektion des Blutes führt u.a. zu zahlreichen Immunreaktionen. Es gibt zahlreiche Varianten, das Blut aufzubereiten. Der Fachmann spricht hier vom "Potenzieren", also dem Verstärken der Wirkung.

Gängige Verfahren des Potenzierens sind

  • die einfache Eigenblutbehandlung, bei der etwas Blut aus einer Armvene entnommen und mit oder ohne homöopathische Medikamente in die Blutbahn, die Muskulatur bzw. Fettgewebe zurückinjiziert wird,
  • die HOT (Hämatogene Oxydationstherapie nach Wehrli), wo 50 ml Blut entnommen, mit medizinischem Sauerstoff aufgeschäumt und nach Vorbeiführen an speziellem UV-C Licht reinfundiert werden,
  • die UV-B (Ultraviolettbestrahlung), bei der 50 ml Blut entnommen und nach Vorbeiführen an speziellem UV-C Licht in die Blutbahn zurückgeführt werden und
  • die UV-E (UV-Licht-aktivierte Eigenbluttherapie), bei der etwa 1 ml Blut nach Aktivieren mit speziellem UV-C Licht bevorzugt in den Gesäßmuskel gespritzt werden.

Mit der Eigenbluttherapie lassen sich zahlreiche Erkrankungen günstig beeinflussen:

  • Chronische Entzündungen;
  • Akute und wiederkehrende Entzündungen wie z.B. Mandelentzündung (Tonsillitis), Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis), Mittelohrentzündung (Otitis media);
  • Allergische Erkrankungen, z.B. Allergien, allergisches Asthma, Heuschnupfen, Asthma bronchiale;
  • Hauterkrankungen, wie Neurodermitis, Ekzeme, Pilzerkrankungen von Haut und Nägeln;
  • Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises, v.a. die sogenannte primär chronische Polyarthritis;
  • Durchblutungsstörungen;
  • Zur Besserung des Allgemeinbefindens bei Abwehrschwäche zur Immunstimulation.

Für eine erfolgreiche Eigenblutbehandlung sind Dosierung und Behandlungsintervall von großer Bedeutung. Wird die Dosis zu hoch bzw. der zeitliche Abstand zu kurz gewählt, besteht die Gefahr, daß die Eigenregulation des Körpers nicht gefördert, sondern blockiert wird. Durchschnittlich werden 8 - 10 Behandlungen durchgeführt.

Was ist eigentlich "Eigenharnbehandlung"?

Die Eigenharnbehandlung ist ein sehr altes Verfahren, wenngleich nicht jedermanns "Geschmack". Bereits vor 5000 Jahren wurde es in einer alten Schrift erwähnt. Vor allem in Indien war die Methode verbreitet. Die Inder wendeten sie im Zusammenhang mit Yoga an, um den Körper von Giftstoffen zu reinigen und die geistige Reife zu fördern. Römer und Griechen setzten Urin als Medizin ein. In der Neuzeit haben Mahatma Gandhi und die Journalistin Carmen Thomas diese Therapieform wieder bekannt gemacht. In manchem Bücherschrank steht ihr Buch "Ein ganz besonderer Saft, Urin".

Eigenurin wird innerlich zum Gurgeln z.B. bei beginnender Angina, für Einläufe, als Nasen- und Ohrentropfen und zum Trinken eingesetzt. Es empfiehlt sich, nach Rücksprache mit dem Therapeuten, verdünnten oder unverdünnten Urin kurmäßig über mehrere Wochen einzunehmen.

Injektionen werden nur vom Therapeuten durchgeführt. Hierbei setzt er sterilen Urin des Patienten ein. Dieser wird, wie bei der Eigenblutbehandlung, meist in einen Muskel gespritzt. Die Wirkungen ähneln grundsätzlich der Eigenblutbehandlung, wenngleich intensiver.

© by Dr. Michael J. Kausch

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